Dieses Mal habe ich lange nachgedacht - eigentlich dachte ich, dass es in den USA doch nicht so anders als in Westeuropa sein kann. Da habe ich mich allerdings wohl getäuscht - während man sich in vielen Bereichen gut zurechtfindet, sind manche andere Dinge doch erstaunlich anders als in Deutschland oder auch anderen europäischen Ländern.
Das wie ich finde auffälligste und wahrscheinlich Wichtigste ist eine ganz andere Mentalität der Menschen hier. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Leute, die ich bisher getroffen habe, äußerst hilfsbereit und scheuen keine Mühe, um verwirrten deutschen Austauschstudenten zu helfen.
So wird man schon mal über den Campus eskortiert, wenn man nach dem Weg fragt - Einladung zum nächsten Stammtisch inklusive. Oder der ganze Bus diskutiert engagiert mit, welche Route der arme Deutsche nehmen soll, der auf dem Weg zur Mall in den Bus in die falsche Richtung gestiegen ist. Da man sich wirklich sehr um mein Wohlergehen sorgt, kommen auch schnell besorgte Anrufe von Vermietern und deren Angehörigen mit dem Angebot, mich bei der nächsten Station abzuholen und heimzufahren.
Als erfahrener Reisender und mit sämtlichen Apps ausgestatteter Möchtegern-Globetrotter muss ich solche Angebote natürlich ablehnen - mit nur ca. 60 Minuten Verspätung komme ich dennoch stolz an meinem Ziel an und habe sogar die verwirrende Tatsache gemeistert, dass auf den Busfahrplänen locker 70% der Stationen nicht verzeichnet sind ("you will need to estimate the time the bus will be at your stop"). Trotzdem beruhigend zu wissen, dass mich jemand abholen würde, wenn ich komplett verloren gehe.
"Zuhause" sieht im Moment übrigens so aus:
Aber dazu später mehr.
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