Damit wir "günstiger" ins Georgia Aquarium gehen konnten, haben wir uns einen sogenannten City Pass gekauft... Für eine einmalige Zahlung bekommt man dabei Eintrittskarten zu 5 Touristenfallen. Dazu gehören das Aquarium und die verschiedenen Kunst- und Geschichtsmuseen, die ich dabei noch gut als Mittelpunkt touristischen Interessen identifizieren kann. Etwas anders bei der World of Coca-Cola und dem CNN-Studio, das wir heute besucht haben. Manche Touristen lassen sich dafür tatsächlich je 16$ aus den Taschen ziehen, und stehen dabei noch stundenlang Schlange. Nicht mit uns und unserem City Pass, der uns Express-Einlass gewährt, und das zu stark reduzierten Preisen!
So zumindest die Theorie. Denn leider haben sich die auf der City-Pass-Webseite vollmundig angekündigten Schlangen für Normalo-Touristen bisher nicht blicken lassen. Aber vielleicht arbeiten die hiesigen Ticket-Verkäufer derzeit einfach zu effizient, das kann ja jedem mal passieren. Und dummerweise wurde bei der Berechnung des Preisersparnisses für den City-Pass natürlich auch zugrunde gelegt, dass man wirklich alle teilnehmenden Attraktionen besucht... Damit wir also auch von unserem Preisvorteil profitieren können, müssen wir uns auch die Dauerwerbeveranstaltungen von Coca-Cola und CNN ansehen.
Bei Coco-Cola haben wir uns ja schon gestern das Gehirn waschen lassen, heute war also CNN dran. Denn CNN hat in Atlanta sein globales Hauptquartier - frisch erbaut, und man hat keine Mühen gescheut, es dennoch so wirken zu lassen, als wäre es ein trauriger 70er-Jahre-Klotz.
Von innen sieht es unwesentlich attraktiver aus - aber man kann den CNN-Leuten beim Arbeiten zusehen, was gleich gute Laune macht, wenn man gemütlich an einer original Coca-Cola schlürfend vor ihrem Fenster vorbeirolltreppiert.
Die Tour war aber sogar relativ interessant, denn ich habe zum Beispiel gelernt, dass ich nie CNN-Regisseur werden möchte, oder CNN-Reporter, oder CNN-Hauptquartier-Reiseführer. Immerhin scheinen aber CNN-Studio-Besichtigungen gut für's Karma zu sein, denn sonst wären die drei buddhistischen Mönche bestimmt nicht dabei gewesen.
Wobei ich einschränkend hinzufügen muss, dass auch die drei Mönche wohl noch ein gewisses Optimierungspotenzial in Sachen Karma-Akkumulation haben, denn sich gegenseitig anbocken weil das iPhone-Foto verwackelt ist kommt bestimmt nicht gut. Und netten deutschen Touristen die Tür nicht aufhalten gibt bestimmt richtig dick Minuspunkte!
Nachdem wir den obligatorischen Höhepunkt jeder amerikanischen Führung - den Besuch im Museumsshop - hinter uns gebracht haben, haben wir noch ein bisschen die Umgebung erkundet - und sind dabei auf einige etwas weniger glamouröse Ecken von Atlanta gestoßen.
Diese Nachbarschaft hätte uns eigentlich schon darauf vorbereiten müssen, von der dort gelegenen sagenhaften Underground Mall nicht zu viel zu erwarten... Aber manchmal sind wir halt ein bisschen naiv und gutgläubig.
Sogar der Laden, der "das Beste aus der TV-Werbung" anbietet, war enttäuschend... Dabei hätte man doch so viel aus Sauna-Hosen und schalen-pulverisierenden Eierkochern machen können!
Aber immerhin gab es ein Stück authentisches Bayern, das die Heimat in dieser desolaten Umgebung ein Stück näher gerückt hat.


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