Jetzt, wo wir hier in Atlanta zu zweit sind, kann ich endlich auf Touri-Modus umschalten und mir die ganzen Sehenswürdigkeiten ansehen, die ich bis jetzt ignoriert habe - sonst müsste ich mir alles ja zwei Mal ansehen (und zwei Mal zahlen = weniger $$$ für Ben & Jerry's...).
Erste Anlaufstelle ist natürlich das Georgia Aquarium, das den allergrößten und schönsten und tollsten Salzwasserpool der Welt hat.
Das Wetter war heute, zum ersten Mal seit langem, nicht so berauschend, und da ist es natürlich viel toller das Wasser sicher in Aquarien verwahrt zu wissen statt sich mit Regentropfen malträtíeren zu lassen...
Wobei uns vor dem 15-Minuten-Film niemand vorgewarnt hatte, dass wir unseren Regenschirm doch besser ausgepackt hätten, denn 4D-Lehrfilme über Umweltschutz in den USA bedeuten wohl, dass der Zuschauer zur besseren Konditionierung mit Wasser bespritzt, in Nebel gehüllt und zuletzt noch mit Konfetti beschossen wird (denn natürlich haben auch Lehrfilme ein gutes Ende, außerdem sind sie laut und bunt und dauernd sinkt* jemand).
Derart moralisch gerüstet für ein Leben im Einklang mit Meeresbewohnern (merke: Haie sind gar nicht fies, sondern ziemlich einsam an der Spitze der Futterkette und außerdem sind sie begabte Country-Sänger) sind wir direkt zum Streichelbecken, wo man Stachelrochen (ohne Stachel) und Hammerhaie betatschen konnte... So ein Hammerhai wäre eigentlich schon ein cooles Haustier!
Noch cooler wäre natürlich ein Delfin - denn die Delfinschau haben wir uns natürlich auch angesehen, weil man das ja mit gutem Gewissen tun kann wenn die Delfine artgerecht in einem schönen Aquarium mit viel Plastik gehalten werden.
Wobei ich mir bei der artgerechten Tierhaltung nicht so sicher bin, denn leider wurden in der Delfinschau Tiere wie Zuschauer mit furchtbar kitschigem Gesang** malträtiert, sodass die armen Delfine vor lauter Ohrenschmerzen saltoschlagend durch die Luft geflogen sind. Wenn sie tatsächlich so intelligent sind, wie Biologen behaupten, dann hat sie sicher die aberwitzig schlechte Story des "Musicals" dazu bewogen, vor lauter Verzweiflung auf ihrer Schwanzspitze balancierend durch das Becken zu schwimmen.
Aus Höflichkeit gegenüber den anwesenden Amerikanern, die völlig begeistert von dem Spektakel waren und fleißig mitgesungen haben, habe ich mich auf inneres Stöhnen beschränkt, und habe in Gedanken schon einmal abgemessen wie viele der armen Delfine wohl in unsere Badewanne passen.
Ob sie sich wohl mit Haien vertragen?
Wobei Quallen auch ganz schön cool aussehen... Wir waren uns aber nicht sicher, was passiert, wenn sie sich ineinander verknoten, und wir sind wohl beide nicht geduldig genug um hier erste Hilfe zu leisten...
*Danke für die Rechtschreibkorrektur @Dodo, das müsste natürlich "singt" heißen... Gesunken ist hier nur das Niveau.
**Falls jemand meine Delfinschaukritik für überzogen hält, wird ihn diese kurze Videovorschau sicher eines besseren belehren:
Wobei man der Fairheit halber dazusagen muss, dass der Umhang Blinklichter eingebaut hat, was sicher zu Fasching oder so ziemlich cool wäre!
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